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Ureinwohner

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Indigenous People sind die Ureinwohner Australiens. Früher wurden sie von den Weißen Aborigines genannt. Sie sind die ursprünglichen Bewohner Australiens.

Sie bewahren die Weisheiten des Landes in Zeremonien und Songlines auf. In Geschichten und Bildern erzählen sie von der Schöpfung aller Dinge. Da es kein Getreide oder Reis gab und der Boden nicht für die Landwirtschaft geeignet war, lebten sie als Jäger und Sammler. Sie wussten mit dem Land zu leben. Sie wollen das Land nicht besiegen.

Namensgebung der Ureinwohner

Ureinwohner Tasmaniens

Alter Name: Aborigines

Früher wurden die Ureinwohner Australiens Aborigines genannt. Diese Bezeichnung hatte ihren Ursprung in ab origine (lat.) = Ureinwohner / ursprünglich: sagenhaftes Stammvolk der Latiner (Landschaft Latium in Italien, heute "Lazio" mit Hauptstadt Rom). Es handelte sich um eine typische Bezeichnung der australischen Ureinwohner durch die Weißen, mindestens seit der Landung von James Cook in der Botany Bay. Die Ureinwohner bezeichnen sich selber unterschiedlich, je nach Region. Hier eine kleine Übersicht zur Veranschaulichung:

Name Region
Koori Südosten
Murri südliches Queensland
Nanga Südaustralien
Ngarinjin Westaustralien, Nähe Derby
Nyungar südwestliches Australien
Wonghi Wüsten im Westen
Yolngu Arnhem Land

Die Bedeutungen sind aber vergleichbar, wie "Menschen", "Volk". Es gibt aber auch eine größere Liste bekannter Völker nachzulesen, die schon mehr als 100 Namen enthält.

Neuer Name: Indigenous People

Zitat aus Die Aborigines und die Rassenpolitik:

Open bible 01 01.svg  Zitat - Dieter Tischendorf, 2007

[...] Und hier ist dann wohl auch die richtige Stelle anzuführen, dass die von den Weißen eingeführte Bezeichnung Aborigine für die Ureinwohner als Beleidigung gilt. Dabei war der Name, der sich vom Lateinischen „ab origine“ (Ureinwohner) ableitet und an jenes sagenhafte Stammvolk der Latiner erinnert, nicht als abwertend oder beleidigend gedacht.

„Abo“ wird von den Ureinwohnern sogar offiziell als hochgradig unkorrekte Bezeichnung betrachtet. Des Weiteren gibt es deren Forderung, dass Begriffe wie Aboriginie nicht mehr verwendet werden sollen. Man hat sich auf die Bezeichnung „Indigenous People“ (einheimisches Volk) geeinigt. Wenn man den Begriff „Aboriginal“ noch verwenden will, muß man aufpassen. Als Adjektiv ist „Aboriginal“ großgeschrieben, politisch korrekt. Also bezeichnet „Aboriginal People“ die Ureinwohner Australiens, zum Unterschied zu „aboriginal people(s)“ in anderen Ländern. Die Verwendung als Substantiv oder mit kleinem „a“ stellt für die Ureinwohner eine Beleidigung dar.

Hier erinnert mich die Diskussion sehr an die Einwohner Afrikas, wo der Begriff „Schwarzer“ für die Afrikaner gerade noch legitim, die Bezeichnung „Neger“ aber eine schwere Beleidigung bedeutet.

Es ist also sicher besser, wenn man in Deutsch von „Ureinwohnern“ oder besser noch von „australischen Ureinwohnern“ spricht. Auch die Verwendung der Bezeichnung „indigene Australier“ ist korrekt, aber wohl gewöhnungsbedürftig. Das lateinische Wort „indigena“ bedeutet einheimisch.

Auch einige große Australientouristikunternehmen verwenden im englischen Sprachgebrauch nur noch die Begriffe „Aboriginal People“ oder „australische Ureinwohner“.

Die australischen Ureinwohner selbst versuchen durch die vermehrte Betonung der Selbstbezeichnungen, die auch überregional sein können, den Begriff „Aboriginal“ gänzlich zu umgehen. [...]


So wird "indigenous" ausgesprochen.

Die Flagge der Ureinwohner

Flagge der Ureinwohner

Die Flagge wurde 1971 von Harold Joseph Thomas entworfen. Es heißt, er habe sich keine Gedanken über die Farbgestaltung gemacht. Wie auch immer, heute gelten dafür folgende festgelegte Interpretationen:

Der gelbe Kreis in der Mitte symbolisiert die heiße Sonne. Der rote untere Bereich zeigt die verbrannte rote Erde. Der schwarze obere Teil stellt den nächtlichen schwarzen Himmel dar. Der schwarze Himmel könnte auf die fehlende Licht-/Luftverschmutzung im Outback - dem Landesinneren - hindeuten.
(Alternativ - aber falsch - wird der schwarze Teil hin und wieder als Symbol der dunklen Hautfarbe der Ureinwohner gedeutet.)

Vor Gericht wurden die offiziellen Farben, Design und Herkunft bestätigt: [1]

Die Traumzeit

Felsmalerei Ubirr Rock
Notizen zu: Die Entstehung des Tals der Wupper als Gesamtbild

Die Traumzeit (auch: "Schöpfungszeit") stellt eine wichtige Rolle in der Mythologie der australischen Ureinwohner dar. Sie ist die Schöpfung, die vor vielen Millionen Jahren den Anfang der Zeit bestimmte. Mit Träumerei ist der Begriff Traumzeit nicht zu verwechseln, schon die englische Bezeichnung "Dreamtime" war nicht richtig sprechend. In ihren eigenen Sprachen wird sie "Altjeringa", "Tjurkurrpa" oder "Palaneri" genannt.

Vielmehr soll mit Traumzeit die Zeit der Entstehung aller Dinge gekennzeichnet werden. Die australischen Ureinwohner gedenken in vielen Riten an diese Zeit, in der das Leben begann, die "Dinge" aus dem inneren der Erde oder aus dem Himmel an die Oberfläche kamen. Nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere, Gebirge und Flüsse, eben alles vorhandene "Sein". Aus der Traumzeit gibt es schöne und manchmal auch brutale Geschichten.

Die von den indigenen Australiern abgehaltenen Zeremonien sollen sie mit der Energie der Ahnen versehen, um die Traumzeit fortzuführen.

Die Malerei

Bis zu 30.000 Jahre alte Zeichnungen (aus der Traumzeit?), in Felsen eingearbeitet, wurden bereits gefunden. Sehr viele Felsmalereien findet man im Kakadu Nationalpark. Beim Betrachten fallen unterschiedliche grundlegende Symbole auf.

Im Kakadu Nationalpark sind hervorragend erhaltene Felsmalereien zu besichtigen. In den geschützten Felsen des Ubirr Rock und des Nourlangie Rock konnten die alten Kunstwerke der Ureinwohner den gewaltigen Kräften der Verwitterung trotzen. Anfang der 1980er Jahre wurden von Archäologen die Felsmalereien der dort lebenden Ureinwohner entdeckt. Man schätzt, dass sie dort vor 20000 bis 6000 Jahren den Felsen als Unterschlupf genutzt haben.

Die Känguruh-Jagd und Nabulwinjbulwinj sind gute Beispiele für Felsmalereien und Geschichtenerzählungen. Die bekannteste Felsmalerei ist möglicherweise Nabulwinjbulwinj. Für ein Bild im Stil des Röntgenblicks auf Rinde gemalt, ist Das Emu ein gutes Beispiel. The Killing of Lumaluma wurde auch auf Rinde gemalt, erzählt jedoch eine sehr interessante Geschichte. Die Entstehung des Tals der Wupper ist mein Selbstversuch, im Stil der Ureinwohner ein Bild mit einer Geschichte zusammenzustellen.

Die Musik

Didgeridoo

Traditionell hergestelltes und bemaltes Didgeridoo

Das bekannte Musikinstrument Didgeridoo genannt, darf natürlich nicht fehlen. Der Names dieses Blasinstruments wurde von den europäischen Einwanderern geprägt und ist in einer Art Klangschrift geschrieben worden. Mit dem Klang des Wortes Didgeridoo wollten die Einwanderer den Klang des Instrumentes nachahmen. Diese Version der Namensherkunft widerspricht der (höchstwahrscheinlich falschen) verbreiteten Version, dass das Wort Didgeridoo aus einer der Sprachen der Ureinwohner entstanden ist. Das Didgeridoo ist ein von Termiten ausgehöhlter Stamm in der Form eines Rohres. Den musikalischen Ursprung findet es im Norden im Arnhemland fand dann aber schließlich in ganz Australien bei Zeremonien und Tänzen Verwendung.


Jeremy Donovan - Australischer Ureinwohner - ist Künstler und Musiker, der hier das Didgeridoo spielt. Für weitere Informationen über Jeremy, seine Kunstwerke, Musik und live Multimedia Präsentationen können Sie seine Website besuchen: www.jeremydonovan.com.au (Text nur in Englisch verfügbar!)


Musikbeispiel mit einem Didgeridoo gespielt: (Copyright EDV Düsseldorf )

Download

Weiteres gibt es hier im Artikel Didgeridoo - Legende, Kult und Gegenwart zu lesen.

Clapstick

Die Clapsticks sind aus Eukalyptusholz hergestellte Klanghölzer, die zur Untermalung der Musik des Didgeridoos genutzt werden. Sie sind zwischen 20cm und 30cm lang. Meine hier gezeigten Clapsticks haben eine Länge von 23cm. Durch Schlagen der Klanghölzer gegeneinander oder durch Schlagen auf ein Didgeridoo erzeugen sie eine sinnliche rhythmische Begleitung. In anderen Kulturen gibt es ähnliche Musikinstrumente. Allgemein nennt man diese Art Clave.

Zwei bemalte australische Clapsticks

Das Feuer

Nach einem Buschbrand im Purnululu Nationalpark

Wie früher, so dient auch heute noch das Feuer für die Ureinwohner zum Kochen von Mahlzeiten. In der viele tausend Jahre alten Geschichte wurde es aber auch für Signale genutzt, beim Jagen, beim Behandeln von Verletzungen und als Reinigung in Form von Buschbränden dringend herbeigesehnt.

Mit den folgenden Worten drückt Bill Neidjie (Bunitj clan, Aboriginal traditional owner, ca. 1920–2002) die Notwendigkeit von Feuer aus. Die natürlichen und künstich angelegten Buschfeuer reinigen die Erde und stellen die Basis für neues fruchtbares Land. Die Buschbrände so so dermaßen wichtig, dass sie sogar im Kalender festgehalten werden:

Open bible 01 01.svg  Zitat - Bill Neidjie, Buch: Kakadu Man 1985

This earth, I never damage.
I look after. Fire is nothing, just clean up.
When you burn, new grass coming up.
That means good animal soon,
might be goanna, possum, wallaby.
Burn him off, new grass coming up, new life all over.


Open bible 01 01.svg  Zitat - Bill Neidjie, Buch: Kakadu Man 1985, Übersetzung 2009

Diese Erde, Ich werde sie nie beschädigen.
Ich sorge für sie. Feuer ist nichts, es reinigt nur.
Wenn du brennst, dann wächst neues Gras.
Das bedeutet bald gute Tiere,
das können der Waran, das Opossum oder ein Wallaby sein.
Brenn sie aus, neues Gras wächst und neues Leben entsteht.


Nach einem Buschbrand im Carnarvon Nationalpark

Einer Traumzeitgeschiche zufolge ist eine Krähe beim Stehlen von Feuer in diesem verbrannt. Sie wollte das Feuer der Gemeinschaft aller zur Verfügung stellen. Es gibt aber noch eine andere Geschichte, die erzählt, warum die Krähe schwarz ist. In diversen Mythen wird erzählt, das das Feuer zur Weitergabe immer vom vorherigen Besitzer geraubt werden musste. Aus diesem Grund durfte die Krähe gar nicht das Feuer zum Wohle aller stehlen, sie musste verbrennen, weil die Zeit noch zu früh war. Irgendwann später gehörte das Feuer den Frauen im Arnhem Land. Als deren Söhne versucht haben das Feuer zu stehlen, wurden die Männer in Krokodile verwandelt. Das Feuer war dann im Besitz der Krokodile. Erst nach dem letzten Raubzug des Feuers durch den Regenbogenvogel wurde es allen Menschen zur freien Verfügung gestellt und durfte von allen genutzt werden.

Es gibt aber noch eine andere Geschichte, die die Herkunft des Feuers erzählt.

Historische Verträge

Es ist unlaublich, welche Vertragsgegenstände in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts ausgehandelt wurden. Es geht hier um die Grundrechte, als Menschen erstmal anerkannt zu werden. Rechte, die für uns völlig selbstverständlich sind.

Bemerkenswert ist zunächst die Bark Petition aus dem Jahr 1963. Hier kämpfen die Ureinwohner um die Rechte in Arnhemland. Dann gibt es noch die Erklärung von Barunga, die im Jahr 1988 erstellt wurde. Dabei appellieren die Ureinwohner an die Australische Regierung und (weiße) Bevölkerung, deren Rechte anzuerkennen und nehmen Bezug auf diverse internationale Erklärungen und Abkommen.

Interessant dürfe in diesem Zusammenhang der historischen Verträge auch der Film "Long Walk Home" sein, der im Forum diskutiert wird, der das Thema der Stolen Generation als Beispiel der Misshandlung der Ureinwohner heranzieht.

Informationen zur Lage der Ureinwohner

Artikel der Gesellschaft für bedrohte Völker

Kevin Rudd's Rede am 13.02.2008 zur Stolen Generation
Poster zur Rede von Kevin Rudd am 13.02.2008

Politischer Wechsel 2007-2013

Führungswechsel im November 2007

Am 24.11.2007 kämpften John Howard (Konservativ) und Kevin Rudd (Labour) um die Regierungsspitze. Als Nachfolger von John Howard ging Kevin Rudd als Sieger aus den Wahlen hervor. Die politische Lage ist auch entscheidend für die Lage der Ureinwohner in Australien. Aus diesem Grund können hier die beiden Reden gehört werden:

Abschiedsrede John Howard: (Text nur in Englisch verfügbar!)

Download / 2,9MB / 12:58Min.

Antrittsrede Kevin Rudd: (Text nur in Englisch verfügbar!)

Download / 4,5MB / 19:45Min.

Kevin Rudd's Rede am 13.02.2008 zur Stolen Generation: We say sorry

An 13.02.2008 entschuldigte sich der neugewählte Premierminister Kevin Rudd vor dem Parlament bei den Aborigines für das ihnen in zwei Jahrhunderten weißer Siedlerherrschaft angetane Unrecht. Seine Rede ist im Original und in deutschsprachiger Übersetzung nachzulesen.

Die Rede "We say sorry": (Text nur in Englisch verfügbar!)

Download / 1,79MB / 3:55Min.

Die kompletten Reden:

  • The ABC broadcast 'The Apology to the Stolen Generations of Australia' live from Canberra Parliament House on Wednesday, February 13 on ABC1 and ABC Online from 8.55am in NSW, Victoria, ACT and Tasmania. (Text nur in Englisch verfügbar!)

Führungswechsel in 2010 und 2013

Nachdem Julia Gillard in 2010 Kevin Rudd als Premierminister abgelöst hatte, ist seit dem 27.06.2013 wieder Kevin Rudd Premierminister.

Weiterführende Literatur

Interne Links

Externe Webseiten

Allgemeines

  • Aboriginal Australia Art & Culture Centre: Information on Aboriginal Art & artists, australian aboriginal culture, didgeridoo, history and language. (Text nur in Englisch verfügbar!)
  • Yirrkala Arts: "This is letting you know so you will learn from us. Learn from these words like we have learnt from you. Your knowledge, your education, your background, we are using it. Some of the law and some of the culture of yours. OK and in the same way you must learn..." (Text nur in Englisch verfügbar!)
  • taz.de: UN-Deklaration für Ureinwohner beschlossen
  • Noongar: Die Noongar (auch: Nyungar, Nyoongar oder Nyoongah) sind indigene Australier, die im Südwesten von Western Australia zwischen Geraldton an der Westküste und Esperance an der Südküste leben.
  • Gordys Gespür für die australische Erde
  • Die Gesellschaft für bedrohte Völker.

Traumzeit

(Text nur in Englisch verfügbar!)

Pintubi

(Text nur in Englisch verfügbar!)

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