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Klima

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Was ist eigentlich Klima?

Klimadiagramm für Darwin
Auswirkung des Klimas im Kimberley-Gebirge
Auswirkung des Klimas im Kakadu Nationalpark
Auswirkung des Klimas am Nordeingang des Tanami Tracks
Auswirkung des Klimas am Lake Eyre
Auswirkung des Klimas in den Flinders Ranges

In aller Kürze, da wir hier nicht den Umfang des Wikis sprengen wollen: Unter dem Klima verstehen wir die Gesamtheit aller meteorologischen Zustände - also eine Art mittleren Zustand - über einen längeren Zeitraum. Dies steht im vollen Gegensatz zum Wetter. Das Wetter stellt nur den augenblicklichen meteorologischen Zustand der Atmosphäre an einem bestimmtem Ort zu einer bestimmten Zeit dar. Das Klima hat direkten Einfluss auf die regionale Fauna und Flora. Die hier gezeigten Fotos sollen die Auswirkungen des Klimas daher etwas verdeutlichen.

Das Klima wird gekennzeichnet durch eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren:

  • Über einen langen Zeitraum mehrerer Jahre gesammelte Wetterdaten von Temperatur, Niederschläge, Luftfeuchtigkeit, Windstärke und Sonnenscheindauer.
  • Bestimmung regionaler Gegebenheiten: Wie ist die Land-Meer Verteilung oder wie ist das Vorkommen von Seen, Wäldern und Gletschern?
  • Wie ist die geographische Lage zwischen Äquator und Pole?

Die in diesem Artikel gezeigten Diagramme sind Klimadiagramme und erfüllen alle die wissenschaftlichen und internationalen Kriterien. Die Messwerte wurden über einen Zeitraum von 30 Jahren gesammelt.

Zunächst müssen nun einige Begriffe erläutert und einige Definitionen genannt werden:

Klimazonen

Vom Äquator aus gesehen verlaufen verschiedene Klimazonen in Richtung der Pole. Bei genauen Betrachtungen können diese Klimazonen auch auf hohen Bergen vom Fuß bis zum Gipfel durchlaufen werden. Hier ist aber eher die Betrachtung auf die Breitengrade gesetzt. Diese Klimazonen sind von der Einstrahlung der Sonne geprägt.

Da sich Australien über mehrere Klimazonen verteilt, gehen wir nun etwas genauer auf die verschiedenen globalen Klimazonen ein.

Tropen

Diese Zone liegt zwischen 23,5° nördlicher Breite und 23,5° südlicher Breite, d.h. genau zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis.

In dieser Region steht die Sonne zweimal - in den Randgebieten an den Wendekreisen nur einmal - im Jahr im Zenit. Die Sonne steht im Zenit, wenn sie genau senkrecht auf die Erdoberfläche einstrahlen kann. Im Zenitalstand legt das Sonnenlicht den kürzesten Weg durch die Erdatmosphäre zurück und bewirkt dadurch eine erhöhte Wärmebelastung. Weil die Temperaturschwankungen im Laufe eines Tages größer als die im Laufe eines Jahres sind, spricht man hier nicht von einem Jahreszeitenklima, sondern von einem Tageszeitenklima. Wegen der extem hohen Hitze über das gesamte Jahr gesehen, gibt es hier immer Niederschläge in Form von Schauern und Gewittern, wobei die eigentliche Regenzeit dem Höchstand der Sonne folgt. Im Südsommer ist also mit extrem vielen Niederschlägen zu rechnen, genau dann steht die Sonne nämlich zwischen Äquator und südlichem Wendekreis am höchsten (im Zenit).

In dieser Zone liegt z.B. Darwin im Norden Australiens an der Küste.

Zeige Darwin auf Karte

Subtropen

Diese Zone liegt im Bereich von 23,5°N bis 40°N, bzw. im Bereich von 23,5°S bis 40°S.

Kennzeichen dieser Zone sind die tropischen Sommer- und nicht tropischen Wintermonate. Sie unterscheiden sich in winterfeucht und in sommerfeucht. Hier sind viele Wüsten zu finden.

In dieser Zone liegt z.B. Brisbane im Nordosten Australiens an der Küste.

Zeige Brisbane auf Karte

Gemäßigte Zone

Diese Zone liegt im Bereich von 40°N bis 66,6°N, bzw. im Bereich von 40°S bis 66,6°S, d.h. bis zum Polarkreis.

Hier treffen heiße Luftmassen aus den (Sub-)Tropen und kalte Luftmassen aus den (Sub-)Polarzonen aufeinander und vermischen sich. Weil sich genau diese Luftmassen im Verlauf eines Jahres verschieben, haben wir in der gemäßigten Klimazone das Jahreszeitenklima. Mal herrschen die polaren Luftströmungen hauptsächlich vor (im Winter) und ein anderes Mal die tropischten Luftströmungen (im Sommer).

In dieser Zone liegt z.B. Hobart auf der Insel Tasmanien in Südostaustralien. Auf der Nordhalbkugel liegt z.B. Deutschland in der gemäßigten Klimazone.

Zeige Hobart auf Karte

Subpolare Zone

In der subpolaren Zone findet man dichtbewachsene Wälder, die sog. Tundra. Ihr folgt direkt die Polarzone.

In dieser Zone liegt kein Ort Australiens.

Polarzone

In der Polarzone nimmt das Licht den längsten Weg durch die Erdatmosphäre zurück und bewirkt dadurch eine sehr geringe Wärmebelastung. Das polare Klima ist gekennzeichnet durch sehr niedrige Temperaturen und sehr wenig Niederschlag. Vegetation ist hier kaum bis gar nicht zu finden, weshalb sich auch die Fauna speziell entwickelt.

In dieser Zone liegt kein Ort Australiens.

Klimatypen

Eine weitere Einteilung neben der geographischen Lage sind die hygrischen und thermischen Klimatypen. Zum Verständnis zunächst wieder einige Erklärungen:

Trockenklimate

Ein Trockenklima herrscht vor, wenn die jährliche (!) Niederschlagsmenge (N) weniger als 300mm beträgt.

Potenzielle Landschaftsverdunstung

Die potenzielle Landschaftsverdunstung ist ein errechenbarer Wert und gibt an, welche Menge an Wasser innerhalb einer Region maximal verdunsten kann. Dieser Wert ist abhängig von Wasserflächen (Seen/Flüsse) und unbewachsenen Böden und Pflanzen. Es wird dabei zwischen humid und arid unterschieden:

Bezeichnung Niederschlagsmenge für genau einen Monat gemessen
Humid Die Niederschlagsmenge (N) ist größer oder gleich der potenziellen Landschaftsverdunstung (pLV).
Arid Die Niederschlagsmenge (N) ist keiner als die potenzielle Landschaftsverdunstung (pLV).

Hygrische Klimatypen

Um nun zu erkennen, ob es sich allgemein bei dem Ort um ein arides, semiarides, semihumides oder humides Klima handelt, wird noch die Anzahl humider Monate gezählt:

hygrische
Klimatypen
Anzahl
humider Monate
arid 0 bis 2
semiarid 3 bis 5
semihumid 6 bis 9
humid 10 bis 12

Thermische Klimatypen

Um festzustellen, zu welchem thermischen Klimatyp ein Ort zählt, ist die Temperaturschwankung über die Monate eines Jahres zu betrachten. Da Wasser (maritim) länger als Land (kontinental) zur Wärmeaufnahme benötigt und diese Wärme nicht so schnell wieder abgeben kann als Land, ist die Meeresnähe bei der Klimabetrachtung nicht zu vergessen:

thermische Klimatypen Beschreibung
hochmaritim keine Temperaturschwankungen zwischen dem kältesten und wärmsten Monat
maritim wenig Temperaturschwankungen zwischen dem kältesten und wärmsten Monat (Beispiel: Kokos Island)
kontinental erhöhte Temperaturschwankungen zwischen dem kältesten und wärmsten Monat (Beispiel: Alice Springs)
hochkontinental große Temperaturschwankungen zwischen dem kältesten und wärmsten Monat

Zusammenfassende Erklärung

Klimadiagramm für Perth
Karte der Klimazonen
Karte 2 der Klimazonen

Oben links werden in den Klimadiagrammen neben dem Ortsnamen die Höhe, der Breitengrad und der Längengrad angegeben. Anhand dieser Angaben wird grob gezeigt, ob es sich um einen Bereich in den Tropen, Subtropen, Mittelbreiten, Subpolaren oder Polaren Zone handelt.

Die jährliche Niederschlagsmenge (N) und die Jahresdurchschnittstemperatur sind immer oben rechts ablesbar. Somit ist die Frage geklärt, ob es sich um einen Ort in den Trockenklimaten handelt.

Als Grenze der potenziellen Landschaftsverdunstung (pLV) kann die Temperaturkurve interpretiert werden: Falls der Niederschlag über oder genau auf der Temperaturkurve angezeigt wird (blau), dann ist der Monat humid. Falls der Niederschlag unter der Temperaturkurve angezeigt wird (untere gelbe Kante), dann ist der Monat arid. Bei jedem Diagramm kann also die Klimazone, einer der vier hygrischen Klimatypen und einer der vier thermischen Klimatypen herausgelesen werden. Einfach ist die Zuordnung der hygrischen Klimatypen, da dabei nur die humiden Monate gezählt werden müssen. Etwas komplizierter ist die Zuordnung der thermischen Klimatypen, da kein, wenig, erhöht und groß keine genauen Zahlenwerte sind, und daduch keine eindeutige Berechnung möglich ist. Die Beispiele Kokos Island und Alice Springs stellen zumindest soviel Gegensatz wie nur möglich dar.

Nebenbei wurde nun eine weitere Frage beantwortet, nämlich: Warum werden Temperatur und Niederschlag in nur einer Grafik dargestellt? Weil genau dann der Zusammenhang zwischen Niederschlag und Temperatur sichtbar wird.

Bitte denken Sie daran: Es handelt sich hier um Klimabetrachtungen. Wie das Wetter schließlich während Ihres Australienurlaubs aussieht, kann Ihnen leider keiner voraussagen. :-)

So werden Klimadiagramme gelesen (Beispiel: Darwin)

Am Beispiel von Darwin, der Hauptstadt des Northern Territory ganz im Norden von Australien am Meer gelegen, lesen wir jetzt einmal gemeinsam ein Klimadiagramm. Das wissenschaftlich richtige Klimadiagramm von Darwin sieht so aus:

Darwin
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
°C 28.2 28.1 28.1 28.5 27.2 25.3 24.8 25.9 27.8 29.1 29.4 29.1 27.6
mm 437 331 343 88 30 2 1 8 22 79 131 214 1686

Hier gibt es allerhand abzulesen:

  • Neben der Angabe oben links von 12° südlicher Breite, kann man auch an der Beschriftung der Monate erkennen, dass Darwin auf der Südhalbkugel liegt. Der Sommer wird üblicherweise immer in der Mitte des Diagramms angezeigt. Die Zeitachse ganz links beginnt nicht mit dem Januar, sondern mit dem Juli. Diese Darstellung ermöglicht den direkten internationalen Vergleich zwischen Orten auf der Nord- und Südhalbkugel.
  • Links oben steht, dass Darwin 27m über NN (dem Meeresspiegel) liegt. Das bedeutet eine normale Betrachtung der weiteren Bestimmung der Klimazonen.
    • Anders wäre das bei einer Höhe von z.B. 1000m da zusätzlich die Höhenbetrachtung in die Klimatischen Überlegungen einfließen müssten. In solchen Höhen herrschen ganz andere Gesetze vor, z.B. die tieferen Temperaturen.
  • Die oben rechts angezeigte Jahresniederschlagsmenge von 1686mm zeigt, dass in Darwin kein Trockenklima vorherrscht.
  • Die 12° südliche Breite zeigen an, dass Darwin in den Tropen liegt.
  • Die sich stark über das Jahr ändernde Niederschlagsmenge zeigt an, dass Darwin in den wechselfeuchten Tropen liegt.
  • Fünf Monate herrscht arides Klima vor. Das zeigen die gelb markierten Bereiche in den Wintermonaten (Achtung: Südhalbkugel!) von Mai bis September an, in denen die Niederschlagskurve unter der Temperaturkurve liegt. Sieben Monate herrscht dagegen humides Klima vor. Das zeigen die blauen Flächen in den Sommermonaten (Achtung: Südhalbkugel!) von Oktober bis April an. Der hygrische Klimatype ist also auf semihumid festzustellen.
    • Die humiden Monate von November bis März sind hier dunkelblau eingefärbt. Das bedeutet, dass dort monatlich mehr Niederschlag als 100mm fallen. Diese Grenze bei 100mm gibt es aber nur aus Gründen der Übersichtlichkeit, da sonst die Diagramme zu solchen Orten unglaublich hoch sein müssten.
  • Wenig Temperaturschwankungen kennzeichnen den Temperaturverlauf auf das gesamte Jahr gesehen. Darwin liegt somit in der maritimen Zone in der Klassifizierung der thermischen Klimatypen.
  • Für die genauen Zahlen ist die Angabe der Wertetabelle natürlich zusätzlich zum Diagramm Pflicht. Hier können die konkreten Werte abgelesen werden.

Das soll für die grundlegensten Betrachtungen reichen. Für die Wissenschaftler ist das natürlich nicht genug, aber für uns reicht es. Für unsere Urlaubsplanung können solche Informationen durchaus nützlich sein.

Klimadiagramme

In der folgenden Australienkarte sind rote Markierungen eingetragen. Für den Ort jeder Markierung habe ich ein Klimadiagramm vorbereitet. Klicken Sie auf die rote Markierung in der Karte, um dann über die "Sprechblase" das gewünschte Klimadiagramm aufzurufen:


Übersichtskarte verfügbarer Klimadiagramme

Liste aller Orte mit Klimadiagrammen

Weiterführende Literatur

  • Klimaklassifikationen in der Wikipedia mit der Vorstellung der Genetischen, Effektiven und Integrativen Klassifikation.
  • Klimazonen in der Wikipedia mit erweiterten Darstellungen.
  • Dokumentarfilm von Davis Guggenheim mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten und Präsidentschaftskandidaten Al Gore über die globale Erwärmung.
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