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Kakadu Nationalpark

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East Alligator River

Lage

Der Kakadu-Nationalpark befindet sich im Norden Australiens im Bundesstaat Northern Territory ca. 200km östlich von Darwin und umfasst mit einer Größe von insgesamt 19804km² die Fluss-Systeme der Alligator River Region. Von Darwin aus erreicht man den Kakadu-Nationalpark über den Arnhem Highway. Von Süden aus Pine Creek fährt man über den Kakadu Highway in den Nationalpark. Aufgrund der kulturellen Schätze der Menschheit, aber auch wegen der außergewöhnlichen Fauna und Flora steht der Park unter dem Schutz der UNESCO als Weltkulturerbe und als Weltnaturerbe. Folgende Karten sollen die Lage verdeutlichen:



Lage östlich von Darwin


Einleitung

Autofahrt nach Waterfall Creek
Blick vom Ubirr Rock Richtung Arnhem Land
Wasserfall in Waterfall Creek
Blick auf Mount Borradail
Furt durch den East Alligator River
Campingplätze an der Nordküste

Sonderstellung

Der Kakadu Nationalpark nimmt meiner Meinung nach eine Sonderstellung aller Nationalparks in Australien ein, weil dieses riesige Gebiet unglaublich reich an kulturellen und natürlichen Schätzen ist. Er ist der weltweit einzige Park, in dem sich komplette Flusssysteme von der Quelle in den Bergen bis zur Mündung im Meer befinden. Die Felsmalereien der Ureinwohner und eine große Anzahl Tiere und Pflanzen kennzeichnen diesen Park, der unter dem Schutz der UNESCO steht. Reicht dieser Schutz aus, um den Kakadu Nationalpark wirklich vor der gierigen Wirtschaft und ihrer Jagd nach dem Bodenschatz Uran zu bewahren?

Namensgebung

Der Name Kakadu stammt ab vom Wort Gagudju, möglicherweise dem Namen der Sprache der im nördlichen Teil des heutigen Parks lebenden Ureinwohner. Sie wird von den Bunitj (auch Bunity genannt) gesprochen. Bill Neidjie schreibt in seinem Buch Story about Feeling im Glossar, dass Gagudju eine Gruppe von (möglicherweise verschiedenen) Sprachen sei. Andere Sprachen, die auch in der heutigen Zeit noch im Park gesprochen werden heißen Gungdjeihmi, Mayali, Kunwinkju und Jawoyn. Aus anderen Quellen jedoch erfährt man, dass Gagudju der Name des Stammes der dort lebenden Ureinwohnern sei. Ob nun Gagudju die Sprache oder der Stammname ist, bleibt zunächst unklar. Gesichert ist aber, dass der Name nicht im Zusammenhang mit dem Vogel Kakadu steht. Aufgrund eines Irrtums wurde aus dem Wort Gagudju das Wort Kakadu. Die Bezeichnung als Vogelpark ist daher grundsätzlich falsch.

Parkverwaltung und Infrastruktur

Die Ureinwohner verpachten seit 1978 für 99 Jahre große Teile des Kakadu-Nationalparks zurück an die australische Regierung, daher sind auch in der Parkverwaltung hauptsächlich Ureinwohner tätig. Das Zusammentreffen der Ureinwohner und der Weißen ist hier extrem zu spühren, weil beide Kulturkreise sich unterschiedlich um den Park kümmern. Dieses Zusammentreffen ist eine große Chance der Menschheit, aus der Vergangenheit zu lernen und Fehler nicht zu wiederholen.

Touristen sind hier gerne gesehen, obwohl die Parkverwaltung in naher Zukunft ein Konzept gegen den Massentourismus und für den Schutz der Ländereien vertritt. Es stehen eine überaus große Auswahl an Campingplätzen und Hotels für Übernachtungen zur Verfügung. Das Straßennetz ist gut ausgebaut, jedoch sind einige wenige Pisten nur für 4WD (Allrad-Antrieb) Fahrzeige geeignet. Das Foto Autofahrt nach Waterfall Creek zu Beginn der Trockenzeit im Mai gibt dazu einen kleinen Eindruck. Leider werden mehr und mehr Furten durch Brücken ausgebaut. In der Regenzeit ist der Park wunderschön. Die zahlreichen Wasserfälle und Flüsse sind gut gefüllt und bieten für die Tier- und Pflanzenwelt einen guten Schluck aus der dringend benötigten Wasserflasche. Viele Stellen sind in der Trockenzeit aber besser begehbar als in der Regenzeit. Viele Teile des Parks sind in der Regenzeit überschwemmt. Für Touristen ist damit ein Besuch in der Trockenzeit unbedingt einem in der Regenzeit vorzuziehen.

Nördlich des Arnhem Highway und der Straße zum Ubirr Rock darf das Land Richtung Küste - bis auf ein kleines Gebiet - nicht betreten werden. Auf einer Karte habe ich zwei kleine Campingplätze an der Nordküste gefunden, zu denen eine 4WD-Piste führt, die in der Regenzeit jedoch überflutet ist.

Sehenswürdigkeiten

Besondere Schätze sind am Ubirr Rock und am Nourlangie Rock zu finden. Es handelt sich hier um Felsmalereien, die z.T. tausende von Jahren alt sind aber auch welche, die nur 30 Jahre alt sind. Speziell angelegte Wanderwege ermöglichen der Öffentlichkeit einem Teil der Kunstwerke den Zugang. Viele andere Teile bleiben zum Schutz der Malereien gesperrt.

Ubirr Rock

Lage


Luftbild vom Ubirr Rock Gelände


Felsmalerei eines Jägers mit seiner Ausrüstung
Karte zur Umgebung Ubirr Rock
Blick vom Ubirr Rock nach Osten Richtung Arnhem Land
Blick vom Ubirr Rock auf den Sonnenuntergang über die Nadab Floodplains
Schildkröte im Röntgenstil

Der Ubirr Rock liegt am nordöstlichen Rand des Parks knapp 40km nördlich von Jabiru zum Arnhem Land. In einigen Quellen wird der Ubirr Rock auch Obiri Rock genannt. Die Ureinwohner haben sich vor tausenden von Jahren schon dort aufgehalten, da die Felsen ihnen Schutz boten und das fruchtbare Land genügend Nahrung. Heutzutage leben keine Ureinwohner mehr an und in den Felsen.

Allgemeines

Ein ca. 1km langer Wanderweg führt an vielen alten Felsmalereien im Röntgen- und Kontaktstil vorbei. Weitere Bilder in der sog. Main Gallery sind für Touristen tabu, da nur die Ureinwohner Australiens diese heiligen Stätten betreten dürfen. Hier kann man schön die Beziehung der indigenen Bevölkerung zur Natur und zum religiösen Erbe erkennen. Das Bild links zeigt einen Jäger mit seiner Ausrüstung. Das Bild darunter zeigt eine Schildkröte im Röntgenstil. Viele dieser Bilder sind in ihrer Erhaltung durch Verwitterung und Umweltverschmutzung gefährdet. Fließendes Wasser wäscht den aus Lehm bestehenden Ocker aus den Bildern. Sogar Wespen bedrohen diese Malereien, weil deren Nester sich mit der Farbe verbinden. Bei der Entfernung der Wespennester wird die wertvolle Farbe der Felsmalereien mit entfernt. Eine auf die Erhaltung der Kunstwerke spezialisierte Abteilung der Parkverwaltung kümmert sich permanent um den Schutz der Bilder. Man schätzt das Alter einiger Bilder auf bis zu sagenhafte 23000 Jahre und nur wenige Forscher datieren auf ultimative 50000 Jahre. Wenn diese Angaben stimmen, dann handelt es sich bei diesen Felsmalereien um die ältesten Kunstwerke in einer der ältesten Kulturen in der Geschichte der Menschheit. Andere Bilder entstanden im 20. Jh. bis 1985. Die meisten Bilder im Röntgenstil werden auf ein Alter von ca. 1500 Jahren geschätzt. Ein Bild des Tasmanischen Tigers in der Main Gallery schätzen die Archäologen auf ein Alter zwischen 2000 und 3000 Jahren.

Der kleine Zusatzweg zum Aussichtspunkt lohnt sich auf jeden Fall und sollte bei einem Besuch unbedingt eingeplant werden. Oben auf dem "Gipfel" - am Nadab Lookout - bietet der Ubirr Rock einen wunderschönen Blick über die Nadab Floodplains. Diese Ebene am nördlichen Rand des Nationalparks wird in der Regenzeit (in der Zeit des Süd-Sommers) überflutet. Das ist auch der Grund für eine mögliche Schließung der Zufahrtstraße in den Monaten der Regenzeit. Im Licht der untergehenden Sonne bietet diese Ebene ein unglaubliches Naturschauspiel.

Bill Neidjie

Natascha Neidjie zeigt auf das Foto ihres Großvaters Bill Neidjie.

In der Trockenzeit erklären Rangers in den Monaten von Mai bis September die Felsmalereien und erzählen allerhand über die Kunst und Kultur der Ureinwohner. Dazu zählt auch die Enkelin von Bill Neidjie (1920-2002) Natascha Neidjie. Bill Neidjie wird auch der Gagudju Man (Kakadu Mann) genannt, weil er sich unglaublich für sein Land eingesetzt hat. Bill Neidjie wurde in den 1940er Jahren im Alter von 20 Jahren am Ubirr Rock in einer heiligen Zeremonie als Mann im Stamm der Bunitj (oder Bunity) aufgenommen. Er hat unter anderem geholfen, dass im Jahr 1979 der Kakadu Nationalpark gegründet werden konnte. Er war ein bedeutender Geschichtenerzähler, der sich sehr für den Fortbestand seiner Kultur einsetzte. Daher hat er zwei Bücher geschrieben: "Kakadu Man" (1985) und "Story About Feeling" (1988).

Auf Cannon Hill bei Ubirr wurde er 2002 in einer zweiwöchigen Totenfeier beigesetzt. Er wurde in Baumrinde eingewickelt und zurückgelassen. In einigen Jahren wird die Totenfeier wiederholt und dabei wird er in eine etwas höher gelegene und geschützte Felshöhle verlegt. Nach dem Tod ihres Großvaters hat Natascha Neidjie nun die gewaltige Aufgabe, sich im Sinne ihrer Ahnen um das Land zu kümmern.

Nourlangie Rock

Lage


Luftbild vom Nourlangie Rock Gelände


Der Anbangbang Billabong neben dem Nourlangie Rock
Karte zur Umgebung Nourlangie Rock
Blick auf den Nourlangie Rock vom Gunwarddehwardde Aussichtspunkt
Namondjok mit Namarrgon, seiner Frau Barrginj und seiner Familie

Der Nourlangie Rock liegt ca. 25km südlich von Jabiru im Kakadu Nationalpark neben dem Anbangbang Billabong. Während der Regenzeit in den Sommermonaten ist mit einer Sperrung der Zugangsstraßen zu rechnen.

Allgemeines

Der Name Nourlangie ist eine anglisierte Version des Originalnamens Nawurlandja. Der Nourlangie Rock bietet eine große Sammlung von tollen Felsmalereien. Wie am Ubirr Rock sind auch diese hier im Schutze der Felsen gemalt und haben einige Jahrtausende der Verwitterung getrotzt. Die Felsmalereien am Nourlangie Rock werden von Wissenschaftlern auf ein maximales Alter von 20000 Jahren geschätzt. Die jüngsten Bilder entstanden im 20. Jh. bis 1964 von dem Künstler Nayambolmi (1895-1967, Badmardi Clan, auch Najombolmi oder Barramundi Charlie genannt). Nayambolmi war ein hochgeschätzter Künstler, der die Ehre bekam, die Felsmalereien aufwändig zu restaurieren. Der wunderschön angelegte Wanderweg führt an einigen bemalten Stätten vorbei. Ursprünglich lebten die Familien vom Warramal Clan am heutigen Anbangbang Rock Shelter. Nach dem tragischen Aussterben des Stammes wurde die Verantwortung über das Land den umliegenden Stämmen übertragen.

Namondjok

Eines der wohl kompliziertesten Bilder am Nourlangie Rock ist das Bild "Namondjok". Es stellt für verschiedene Clans der Ureinwohner verschiedene Geschichten dar und beinhaltet mehrere Bilder in einem Bild.

Auf keinen Fall sollte nach der Wanderung der Abstecher zum Gunwarddehwardde Lookout (Aussichtspunkt) fehlen. Von dort bietet sich dem Besucher ein fantastischer Blick auf den Nourlangie Rock.

Yellow Water


Luftbild vom Yellow Water Gelände

Das für Touristen zugängliche Gebiet des Fluss-Systems des South Alligator Rivers und des Jim Jim Creeks liegt kurz vor der Mündung des Jim Jim Creeks in den South Alligator River im sog. Yellow Water Billabong im Zentrum des Kakadu Nationalparks. Erste Anlaufstelle kann die Gagudju Lodge Cooinda sein, da es hier für Touristen alles Notwendige zu kaufen gibt und auch eine Übernachtungsmöglichkeit bietet.



Karte zur Umgebung Yellow Water
Weißbrustseeadler am Yellow Water nach Sonnenaufgang

Noch in der Dunkelheit kann man an geführten Bootstouren teilnehmen, um mit der Natur den Sonnenaufgang in diesem Fluss-System mitzuerleben. Es heißt, am Yellow Water kann man kurz nach Sonnenaufgang gut Krokodile beobachten. Dies mag zwar wahr sein, aber wir haben zumindest keines gesehen. Bei einem Besuch dürfen also etwas Glück, ein Fernglas und ein Teleobjektiv nicht fehlen. Aber auch ohne Krokodile lohnt sich das frühe Aufstehen für eine Bootstour. Zu sehen sind Seeadler, Reiher, Ibis, Jabiru, Waran und viele andere Tiere. Der Weißbrustseeadler, der auf dem Foto zu sehen ist, genoss den Sonnenaufgang in vollen Zügen auf den hoch gelegenen Ästen eines Eukalyptusbaums direkt am Wasser. Auf dem Wasser wachsen Seerosen, auch die in Australien heimische Riesenseerose (lat.: Nymphaea gigantea, engl.: Australian Water-lily). Hier in den vielen einzelnen Wasserläufen, Buchten, Kanälen ist genügend Platz für alle Tiere im Wasser, an Land und in der Luft.


Bodenschätze: Segen oder Fluch?


Luftbild der Ranger-Uran-Mine


Wenn jemand sagt, Uran sei ein wichtiger Bodenschatz und werde benötigt, der möge sich doch bitte o.a. Karte ansehen und ein grauenvolles Foto. Ich bin mir sicher, dass derjenige seine Meinung dann mindestens in Frage stellt. Wie ist es möglich, ein so großes Loch in ein so wichtiges Stück Land zu graben? Haben die Verantwortlichen denn kein Gewissen? Muss es denn immer nur um das liebe Geld gehen? Sind denn die Rechte der Ureinwohner gar nichts wert? Kann denn die Menschheit nur sein eigener größter Feind sein? Das Foto zeigt die Ranger-Uran-Mine einige Kilometer östlich der Stadt Jabiru, die extra zur Versorgung der Arbeiter der Uranmine erbaut wurde. Erst später wurde Jabiru mit seinen 1100 Einwohnern zu einer für den Tourismus geprägten Stadt.

Ranger-Uran-Mine

Es wird hier also gegen vieles gekämpft:

  • Zerstörung des Landes durch Tagebau.
  • Zerstörung des Landes durch Vernichtung der Begräbnisstätten der Ureinwohner.
  • Zerstörung des Landes durch Vernichtung der Kulturschätze wie z.B. Malereien der Ureinwohner.
  • Zerstörung des Landes durch Vernichtung der Lebensräume für Planzen und Tiere.
  • Zerstörung des Landes durch unkontrolliert in Flüsse abgelassenen radioaktiven Abfall.

Kann das noch schlimmer werden? Ich glaube nicht. Die Situation ist schlimm wie nur irgend möglich. Vergleichbar ist dieser Kampf gegen die Wirtschaft mit dem Gebiet der Burrup Halbinsel im nordwesten Australiens. Im Forum wird die Situation der Burrup Halbinsel im Thema "Felszeichnungen der Aborigines werden zerstört" diskutiert.

Ich hoffe, dass die Regierungen vom Northern Territory und von Australien diesen Wahnsinn schnellstmöglich beenden. Unter einem See in der Nähe von Jabiru schlafen die Regenbogenschlange und weitere riesige Uranvorkommen. Da sind Konflikte vorprogrammiert.

Zu diesem Problem sind auch die Artikel Industriekomplex bedroht Kulturerbe der Ureinwohner Australiens und Jabiluka Uranmine verhindern, Kakadu-Nationalpark erhalten! sehr informativ.

Weiterführende Literatur

Jim Jim Falls
Crocodile Hotel in Jabiru

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Reisetipps

Übernachtung

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