Die Artuni Story

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Version 1

Einleitung

Nur 400 Kilometer nördlich von Adelaide, nur wenige Autostunden entfernt, liegt die Flinders Ranges. Ein Gebirgszug, der erst 1802 entdeckt wurde.

Hier befinden sich konzentriert in Höhlen, an Canyon Felswänden geheimnisvolle gemalte oder geritzte Zeichnungen (Vögel, Kängurus, Schlangen, Reptilien und Menschen) und Zeichen (konzentrische Kreise, lineare Parallelogramme und Bögen) aus der Urzeit. Experten schätzen, dass es sich um über 30.000 Jahre alte Heiligtümer der Aborigines handelt, die hier ihre zeremonielle Stätten und Meeting Plätze haben.


Flinders Ranges in Südaustralien

Etwa sechs Kilometer nördlich von Leigh Creek liegt der kleine Ort Copley. Hier hat sich eine kleine Gruppe Interessierter gefunden, die sich der Traditionspflege verschrieben haben. Informationen über die einstige Railway Stadt, über The Old Ghan, aber auch über die ersten Siedler und den Bau der Overland Telegraph Line sind hier ebenso zu bekommen, wie Hinweise auf das Leben der Afghan Cameleers. Außerdem beschäftigen sich einige mit esoterischen Aspekten und Ufos. Alle Bewohner sind sich einig, dass Copley der beste Ausgangspunkt zur Erkundung der North Flinders Ranges ist. Also werden auch entsprechende Touren angeboten.

In Copley erfuhr ich zum ersten Mal die Geschichte über die sieben Schwestern.

Die Geschichte

Flinders Ranges
Flinders Ranges

Nach den Legenden der Ureinwohner kamen vor langer, langer Zeit, in der Traumzeit, sieben Schwestern von den Plejaden - Artuni, einem Siebengestirn im Sternbild Stier, auf die Erde, um der Menschheit die Gesetze des Universums zu lehren. Sie erreichten die Erde zuerst in die Gegend des heutigen Whyalla. Dort hinterließen sie in einer Höhle die Abdrücke ihrer Hände und Füße. Ihr Weg führte sie nach Norden, entlang der Flinders Ranges auch in die Gegend des heutigen Copley. Und die Copleyites meinen, dass bei Ihnen der Oodnadatta Track, als einer der Traumzeitwege der sieben Schwestern beginnt.

Die Schwestern arbeiteten mit den Geistern und Schutzengeln des Landes zusammen. Nämlich in der Northern Flinders Ranges. Eine der Schwestern zog die Bewunderung und Anhänglichkeit der Regenbogenschlange Arkurra auf sich. Die Story erzählt, dass die Schlange eines Abends versteckt hinter einem Busch die sieben Schönen beim Bad in einem Pool bei Sonnenuntergang beobachtete. Begierde erfüllte ihr Herz. Der „Große Geist“ schaute hinunter und warnte die Schlange. „Tu nicht einmal daran denken!“ Diese Warnung erfüllte die Schlange mit Wut. Und sie aß die sieben Schwestern auf. So kamen im wahrsten Sinne des Wortes die Frauenrechte in die Münder der Männer. Frauenrechte, die bis heute von den Männern gesprochen und eingehalten werden.

Die Geister der sieben Schwestern flogen zurück zu den Plejaden. Und sie waren beunruhigt, weil eine der Schwestern von den Sternen den Schmerz der Schlange Arkurra beobachtete und Mitleid ihr Herz erfüllte. Sie beschloss, zurück zur Erde zu fliegen. Genau so wie nach der griechischen Sage einst Persephon (besser als Proserpina oder Core bekannt) sich entschloss wieder zu Pluto in die Unterwelt zurück zu kehren. Diese Schwester verkörperte auf der Erde einen Quandong Baum (ein australisches Sandelgewächs, Santalum acuminatum). Und so wurde die pfirsichähnliche rote und süß schmeckende Quandong Frucht für die Ureinwohner zur Frucht der Liebe. Und die Frucht scheint tatsächlich als Aphrodisiakum zu wirken. Davon kann man sich im "Quandong Café and Bush Bakery" bei Fionas Käsekuchen mit Quandong-Füllung überzeugen. Auf alle Fälle sind die Früchte äußerst vitaminreich.

Die Adnyamathanha (Volk der Hügel oder Bergvolk) sind der Oberbegriff der früher in der Flinders Ranges lebenden Ureinwohnergruppen (Jadiaura, Kuyani, Piladappa Pangkala und Wailpi). Ihre Legenden erzählen, dass, wenn sie zu der Plejadengruppe schauten, immer ein Stern ein wenig verschwommener zu sehen war. Und sie meinten, dass das die verliebte Schwester sein muß, die aus Liebe zur Erde zurück kehrte und sich nun ausruht.

Schlusswort

Der Ort Oodnadatta am Oodnadatta Track

Nach der Auffassung der Copleysider ist einer der Wege der sieben Schwestern der Oodnadatta Track. Aber es gibt eben viele „Seven Sisters Dreaming Tracks“ und Songlines, so wie es eine Unzahl von Geschichten über die sieben Schwestern gibt, die in allen einheimischen Kulturen vertreten sind. (Songlines ist ein Name, der aus der Aborigines Geschichte stammt. Die Ureinwohner orientierten sich auf den riesigen Kontinent ohne Kompass und Karten an mit in Liedern gefassten Pfaden. Für einen Europäer unvorstellbar).

Und schon sind die Esoteriker da mit ihrer Vorstellung, dass die benannten Wege ein Netzwerk darstellen über das man die außerirdische Energie der sieben Schwestern von den Plejaden empfangen kann. Regelrechte Pilgerfahrten mit „Energiezeremonien“ werden organisiert. Das ist übrigens eine Tendenz die in irgendeiner Form in allen Kulturkreisen zu finden ist.

Und „Uncle Ken McKenzie“, der Adnyamathanha Senior Man sieht das ein bisschen anders, wenn er über die Traumzeit berichtet. „Wenn ihr die großen Traumzeit Tracks in unserem ursprünglichen Land wandert, erfreut euch am guten Essen und der Kameradschaft, setzt euch zusammen ans Feuer und genießt den unendlichen Raum, die Sterne und die Stille. Du wirst die Songlines durch die Freude und deine Gegenwart bereichern. Die Menschen sind die Songlines“.

Und wieder stellt sich für mich die Frage, die ich in jeder Geschichte über die Ureinwohner mir stelle. Ist das das Gedankengut eines zurückgebliebenen Steinzeitvolkes? Die Aborigines haben ihren Glauben, ihre Lebens- und Denkweise zueinander nicht verändert.

Das tun wir „zivilisierten Gesellschaften“ aber täglich und unaufhörlich zum eigenen Nachteil im Leben miteinander.

Natürlich gehört hierher auch die Geschichte über die Regenbogenschlange Arkurra. Wer mein Australienbuch hat, findet auf Seite 696 darüber einen Hinweis. Im Buch schrieb ich über die Rainbow serpent Wanambi. Und erwähnte, dass das Volk der Adnyamathanha sie Arkaroo nennt. Was es mit den Namen auf sich hat, und wie die Ureinwohner die Rolle der Regenbogenschlange in der Urzeit im Gebiet der Gammon Ranges erklären, das wird meine Geschichte zu Ostern sein.

Version 2

Einleitung

Ich habe noch eine andere Version der Ureinwohner zu den Plejaden gefunden. Aber auch in dieser Geschichte wird erstmalig von der Emanzipation der Frauen gesprochen.

Die älteste Geschichte über die Emanzipation der Frauen wird in Legenden von den Aboriginals erzählt. Natürlich hatten auch die Ureinwohner schon längst die offenen Sternenhaufen am Winterhimmel gesehen. Maya- mayi nannten sie die in Europa als Plejaden bekannten Gestirne, die nach Meinung der alten Griechen, sie sieben Töchter des Atlas sein sollen. Und wie alle Naturvölker fanden auch die Aborigines eine Erklärung für diesen Sternenhaufen.

Die Geschichte

So soll eines Tages Wurrunna, ein junger Ureinwohner auf seiner Wanderschaft auf eine Siedlung getroffen sein, in der sieben junge Frauen in Einsamkeit und Zufriedenheit zusammen lebten. Wurrunna blieb eine Weile bei Ihnen und war entzückt von den Frauen und ihren Kochkünsten. So beschloss er, zwei von ihnen zu heiraten. Wurrunna beschloss, bei ihnen zu bleiben - für eine Weile. Wie wir es schon bei der Geschichte von den drei Schwestern in den Blue Mountains wissen, mußte nach den Bräuchen der Ureinwohner, wenn man eine Frau von einem anderen Stamm heiraten wollte, diese entführt werden. Als die Frauen auf der Suche nach Yam Wurzeln, ein auch den Aborigines bekanntes besonders bei Frauen wirkendes Naturheilmittel, waren, legten sie ihre Bumerangs zur Seite. Und Wurrunna stahl zwei Stück. Ein Bumerang war für das Überleben im Outback sehr wichtig. Deshalb suchten die Besitzerinnen danach, während die anderen fünf schon zu den Hütten gingen. Nun hatte Wurrunna leichtes Spiel. Er entführte die beiden Frauen, brachte sie zu seinem Heim und zwang sie zur Heirat, Die Bumerangs versteckte er. Die Wochen vergingen, und nach etlichen Fluchtversuchen schien ein Entkommen aussichtslos. Nach mehrmaligen erfolglosen Fluchtversuchen schienen sich beide Frauen in ihr Schicksal zu fügen. Und Wurrunna war sich der Beiden sicher. Bald schickte er seine Frauen nach der Rinde eines bestimmten Baumes auf einen weiten Weg. So lachte er nur, als sie ihm sagten, sie würden fliehen. Die Frauen fanden den Baum und kratzten an seiner Rinde. Plötzlich begann der Baum zu wachsen, und trug die beiden Frauen hinauf zum Himmel. Dort warteten schon die fünf anderen Schwestern auf sie.

Schlusswort

Für die Ureinwohner ist das Sternbild Maya-mayi das Symbol für die wohl erste Geschichte der Emanzipation. Ein sichtbares Beispiel, sich dem Willen des Mannes zu widersetzen!


Copyright50.png Copyright Hinweis!

Wir danken für die freundliche Unterstützung von Herrn Dr. Dieter Tischendorf, der uns das Textmaterial zur Veröffentlichung hier im Australienwiki zur Verfügung gestellt hat. Eine kleine Übersicht vieler seiner Bücher ist in unserer Linksammlung zu sehen.

Copyright Notice!

Special thanks for the friendly assistance of Mr. Dr. Dieter Tischendorf making this information with his textdocuments available. A small list of many of his books is availavle in our link-collection.


Weiterführende Literatur

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