Legenden über australientypische Gegenstände

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Die Legende über die Entstehung des Bumerangs

Bumerangsammlung

Eine Gruppe dieses Binbinga Volkes erinnerte sich, dass die Schlange Bobbi-Bobbi einst den Menschen fliegende Füchse als Nahrung geschickte hatte. Aber diese Kreaturen flogen so hoch, dass niemand sie erreichen konnte. Um die fliegenden Füchse auf die Erde zu holen, opferte Bobbi-Bobbi eine ihrer Rippen, die zum Bumerang wurde. Mit Hilfe dieser Wunderwaffe, die immer wieder zurückkehrte, gelang es den Menschen, die fliegenden Füchse zu töten.

Aber wie so oft, wurden die Menschen schnell übermütig und eines Tages rissen sie mit dem Bumerang ein Loch in den Himmel. Bobbi-Bobbi war darüber so wütend, dass sie ihre Rippe wieder ergriff, sobald sie zur Erde zurückflog.

Das ist die Erklärung, warum manchmal ein Bumerang, wider Erwarten, nicht zurückgekommen ist! Allerdings ist der Bumerang keine Australien typische Erfindung. Es gab schon 5000 v, Ch. in Indien, und auch in Europa solche Wurfhölzer

Die Entstehung des Namens

Der echte Bumerang kam nur im Südosten und Osten Australiens vor. Die Tasmanier kannten, bedingt durch diem Isolation das Wurfgerät nicht. Auch nicht die Bewohner von Nord Australien. Die schmalsten Bumerangs wurden in West- und Südaustralien zum Fischfang verwendet. Der Namen „boomerang“ könnte sich vom Wort „boomeri“ (der Wind) herleiten. Oder vom Wort burramanga aus der Hunter River Region, das mit Wurfholz übersetzt werden kann. Aber auch das Wort vieler Stämme in NSW buma (schlagen, kämpfen) käme als Namenspate in Frage. Interessant ist noch, dass die Ureinwohner drei Verwendungen sahen. Zum Jagen, zum Kämpfen oder als Dekoration. Der eigentliche Boomerang (Rückkehrer) kam nur zur Jagd auf Gänse zum Einsatz. Weil er, richtig geworfen, beim Verfehlen des Ziels zurückkam. Ansonsten verwendeten die Ureinwohner lieber die Kylies (Nicht Zurückkehrer). Eine gefährliche Waffe in der Hand des Geübten.

Die Legende vom King Billy Hook

Schon vor Ankunft des weißen Mannes nutzen die Ureinwohner zur Jagd auf Gänse einen speziell gebogenen Bumerang, der wieder zurückkam. Er wurde in die Schwärme von Magpie- Gänsen geworfen, die in den Feuchtgebieten an der Ostküste Australiens zu Hause waren. Dieser große, langsam fliegende Vogel war ein ständiger Nahrungsvorrat für die Aborigines."

In der Hoffnung, dass er Übergriffe von jungen tatendurstigen jungen Ureinwohnern verhindern würde, verliehen die Weißen den Stammesältesten den Titel King Billy. Ein Brustschild mit der Aufschrift „King Billy“ zierte die Brust des so Auserwählten. Er durfte sogar Gaststätten betreten. Und das war nicht so gut. Denn, so erzählt die Legende, wurde ein solcher King Billy wegen Trunkenheit aus der Kneipe geworfen. Wütend ging er zum Lager der Ureinwohner und holte seinen Hook (Haken). Diesen Namen hatten die Briten dem Bumerang gegeben. Er ging zurück zum Pub, brüllte die dort Anwesenden heraus und löschte vom Ende der Strasse mit einem Wurf alle Öllampen vor der Taverne aus. Sein Hook kam zu ihm zurück. Lautstark forderte der angetrunkene Mann die Weißen auf, es ihm nachzutun. Diese gingen kleinlaut in den Gastraum zurück. Und ein neuer Name war geboren.

„King Billy Hook, Australiens berühmtester Rückkehr-Bumerang, der Weitflug-Entenjäger-Rückkehrer“


Können sie sich noch an die Crocodil Dundee Filme erinnern? Als Hogan im Outback zu seiner Begleiterin sagte „Ich muß mal telefonieren, wer so in der Nähe ist.“ Und er holte einen Bullroarer, ein Schwirrholz aus seiner Tasche. Das Schwirrholz ist ein26 bis 28 cm langes, aus Naturholz gefertigtes traditionelles Ritualinstrument. Durch das Schwingen des holze an einer Schnur erzeugt es in der Lift sirrende Töne, die die Stimmer der Geister imitieren sollen. Und nicht umsonst wirde sauch Buschtelefon genannt.

Die Legende über die Entstehung des Bullroarer

In alter Zeit gingen einmal die zwei Byama Brüder auf die Jagd. Ihre Söhne hatten sie an einen vermeintlich sicheren Ort, auf einem Felsplateau, zurück gelassen. Thoorkook, ein böser Mann, den die zwei Byama Brüder einmal beleidigt hatten, sah das und sah die Möglichkeit zur Rache. Seine Hunde vor sich her hetzend stürmte er das Plateau. Als Thoorkook endlich auch das Plateau erreichte fand er seine Hunde über den zerfleischten Überresten der Söhne vor. So fanden die Väter später die zerfleischten Überreste ihrer Söhne. Die ganze Nacht wurde um die Jungen getrauert. Doch schon am Morgen sannen die Väter auf Rache, aber die Frauen verblieben weiterhin in tiefer Trauer. Die Tränen, die sie bei der Arbeit vergossen, fielen zischend ins Feuer. In der darauf folgenden Nacht war die Trauer wieder tief. Die Frauen verließen das Lager und wanderten fort um mit ihrer Trauer allein zu sein. Das Weinen und Geschrei war so groß, dass es die Männer im Lager erreichte. Diese hielten sich die Ohren zu um das Geschrei und Weinen nicht mit anhören zu müssen. Das ging Nacht für Nacht so weiter, bis sich die Frauen in Brachvögel verwandelten. So konnten sie ihre Trauer bis zum Ende der Zeit zeigen.

Jetzt, nachdem die Männer nach ihren Söhnen auch noch ihre Frauen verloren hatten war ihr Bedürfnis sich an Thoorkook zu rächen fast unstillbar. Aber sie fürchteten sehr die bisswütigen Hunde. So fassten sie den Plan, die Hunde vom Lager wegzulocken, um sie zu töten. Da es sich aber um sehr gefährliche Hunde handelte griffen sie auf Magie zurück.

Sie banden sich Känguru Felle um den Körper und begannen im Rhythmus des Kängurus zu tanzen. Dabei rezitierten sie uralte Zaubersprüchen. Langsam verwandelte sich das Fell um an ihren Körpern in Schwänze, die Arme und Beine wurden kräftiger. Ganz allmählich wurden die beiden brüder zu zwei Kängurus. Gemeinsam hüpften sie auf Thoorkooks Lager zu.

Schon von weitem witterten die Hunde sie und begannen die zwei Brüder zu verfolgen. Der größte und stärkste Hund kam den zwei Kängurus sehr nahe. Plötzlich stoppten die Känguru Brüder. Und mit kräftigen Schlägen ihres Schwanzes töteten sei der ersten Hund. Kurze Zeit später hatten sie alle Hunde auf diese Weise getötet. Als diese Arbeit getan war, verwandelten sich die Brüder wieder in Menschen und töteten den Mörder ihrer zwei Söhne. Thoorkooks Geist allerdings entkam und lebte forthin als Eulenschwalm.

Die Söhne waren gerächt, aber das brachte weder die Söhne noch die Frauen wieder, und so lebten die zwei Brüder weiter einsam miteinander.

Als einer der Brüder mit einer Axt eine Made aus dem Stamm eines Baumes holen wollte, platze ein großes Stück der Rinde ab und wirbelte durch die Luft. Dabei war ein seltsamer Ton zu hören. Der Ältere drehte sich um, da er glaubte die Stimme seines Sohnes zu hören. Und er beschloss dieses Geräusch genauer zu untersuchen. Er schickte seinen Bruder nach Hause und versuchte das Geräusch Phänomen zu wiederholen. Nachdem sein Bruder weg war begann er das Stück Rinde durch die Luft zu werfen. Wieder und wieder versuchte er es, aber niemals gelang es, ein Geräusch hervorzubringen.

In einem weiteren Versuch bohrte er ein kleines Loch in ein Ende und knotete ein langes Stück Rindenfaser daran. Das so befestigte Rindenstück wirbelte er über seinem Kopf. Nun konnte er leise die Stimme seines Sohnes hören. Dasselbe probierte er mit einem größeren Rindenstück. Diesmal konnte er die Stimme seines Sohnes lauter hören.

Auch der Bruder, der zwischenzeitlich im Lager angekommen war konnte die Stimmen hören und eilte zu seinem Bruder.

"Ich hörte die Stimme meines Sohnes" sagte nun auch der Jüngere.
"Aber er ist nicht hier" sagte der Ältere.
"Ich weiß, er ist tot. Doch wie kann das sein?"
Der Ältere schwang wieder das Stück Holz und die Stimme erklang.
"Das ist nicht Dein Sohn, es ist auch nicht mein Sohn, es sind ihre Geister.
Sie leben in diesem Stück Holz."

Und so entstand der erste Bullroarer (Schwirrholz). Es war eine spirituelle Zeremonie, die Geister der Söhne durch den Bullroarer zu rufen, die den Frauen nie gezeigt wurde.


Die alten Weisen der Ureinwohner Australiens wissen noch heute eine ungewöhnliche Geschichte von dem Jungen Baphal zu berichten, der auszog, das Land seiner Väter zu schützen. Dabei entdeckte er mit Hilfe der Tiere zufällig die Königin der Nüsse, die Macadamia. Olga Miller, Älteste vom Stamm der Budjilla auf Fraser Island, erzählt ihren Enkeln auch heute noch gerne die Legende ihrer Urahnen:

Die Legende von Baphal und der Entdeckung der Macadamia

Macadamia-Nüsse
Macadamia Pflanze

„Als Yindingie, Gott der Budjilla, in der Dreamtime Periode die Berge verließ, musste unser Volk überlegen, wer sich um ihr Land kümmerte. Baphal erklärte sich bereit, in die weit entfernten Berge zu gehen, packte seinen Rucksack für die lange Reise und machte sich auf den Weg. Heimlich begleitete ihn dabei sein kleiner Freund, die Juwelen-Eidechse zunächst immer in gebührenden Abstand hinter ihm. Mit den Bergen im Visier wanderte Baphal den weiten Weg bis zum Ziel. Dort angekommen, schlug er sein Lager auf, als die kleine Eidechse plötzlich heraussprang. Überrascht fragte Baphal sie, was sie hier machte. Die kleine Eidechse antwortete ihm, dass sie ihn nicht alleine lassen wollte und deshalb in seinen Rucksack gesprungen sei. Eines Tages hatte sich Baphal während seiner Wanderung bei einem Sturz den Fuß verletzt. Sein kleiner Freund sah, dass er verletzt war und ging zum Berg Wallaby, um ihn um Rat zu fragen. Der Berg Wallaby sagte, wir müssen ihm Wasser bringen. So nahmen sie Baphals australischen Trinkschlauch und eilten zum Wasser, doch leider konnte der Berg Wallaby selbst nicht an das Wasser herankommen. Da brachte er den Trinkschlauch zu einem Känguru. Das Känguru füllte es mit Wasser und gab es dem Berg Wallaby wieder. Zusammen mit der Eidechse brachte Wallaby es dann zu Baphal. Dann sagte die Eidechse, dass sie ihm noch etwas zu essen besorgen müssten. Da antwortete der Berg Wallaby, lass uns den Kakadu fragen. Der Kakadu flog los und sammelte ein paar Nüsse, so dass Baphal etwas zu essen hatte. Obwohl er jetzt zu essen und zu trinken hatte, wussten der Berg Wallaby und die Eidechse, dass Baphal die Hilfe von seinem Stamm brauchte. Also machten sie ein Feuer und baten den Kakadu ihnen ein paar Blätter zu bringen. Der Kakadu flog erneut zu dem Nussbaum und sammelte einige seiner grünen Blätter. Diese warf er dann auf das Feuer, woraufhin sich sofort Rauch bildete. Unsere Leute sahen den Rauch und nannten den Berg fortan Baphals Berg. Als sie die kleine Eidechse sahen, nannten sie unsere Leute Baphals Eidechse. Dann entdeckten sie die Nüsse und nannten sie ab sofort "Baphals Nüsse". Von den Australiern auch "Kindal Kindal" oder einfach "Queensland Nuss" genannt, kennen wir Baphals Nuss heute unter dem Namen "Macadamia".


Natürlich könnte ich die Traumzeit Legenden noch unendlich ausdehnen, da es eine fast nicht übersehbare Anzahl von Büchern und Schriften darüber gibt. Enden möchte ich aus gegebener Veranlassung mit der

Legende über die Liebe eines Vaters zu seinem Sohn

Beim Jawoyn Stamm (nahe des heutigen Katherine) lebte vor langer Zeit ein Zauberer mit seinem Sohn. Die Legende berichtet, dass dieser eines Tages auf einen Hügel kletterte, um zu jagen. Aber er vergaß beim Jagdfieber die Zeit und wurde von der Nacht mit ihrer Dunkelheit überrascht. Da öffneten sich plötzlich die Hügel. Die bösen Geister kamen heraus und nahmen den Jungen mit hinunter in die Grotten. Sie begannen dort zu singen und zu tanzen und es gefiel dem Sohn des Zauberers. Der besorgte Vater suchte seinen Sohn und kam auch zu den Hügeln. Er hörte den betörenden Gesang der Geister in der Tiefe. Und in seiner Angst und Not begann auch er, oben auf dem Hügel, ebenfalls zu singen, jedoch in Richtung Sonne. Da wuchsen seine Haare und reichten bald bis zu den Grotten hinunter. Schließlich rettete er so seinen Sohn, da dieser an den Haaren wieder nach oben kletter konnte.


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Wir danken für die freundliche Unterstützung von Herrn Dr. Dieter Tischendorf, der uns das Textmaterial zur Veröffentlichung hier im Australienwiki zur Verfügung gestellt hat. Eine kleine Übersicht vieler seiner Bücher ist in unserer Linksammlung zu sehen.

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Special thanks for the friendly assistance of Mr. Dr. Dieter Tischendorf making this information with his textdocuments available. A small list of many of his books is availavle in our link-collection.


Weiterführende Literatur

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